Verschiedene Sticktechniken
Posted in Sticktechniken on 10/07/2011 02:52 pm by adminDas Sticken hat seinen Ursprung in China, Ägypten und Indien. Erst im 14. Jahrhundert fand es seine Hochzeit in Europa, genauer gesagt in England und kurze Zeit später auch im Burgund.
Man unterscheidet Weiß- und Buntstickerei. Bei der Buntstickerei wird der verwendete Stoff – meistens Leinen, Tuch, Seide, Leder oder Kanevas, eine Art durchlöcherter Hanf – komplett bestickt, so dass man den Untergrund nicht mehr sehen kann. Die Weißstickerei dagegen dient ausschließlich der Verzierung von Lein- oder Baumwollstoffen wie z.B. Tischdecken.
Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Sticktechniken. Am bekanntesten ist vermutlich der Kreuzstich. Hierbei wird auf einem Stoff mit zählbaren Fäden zuerst ein diagonaler Stich gestickt und dann ein zweiter, der um 90° gedreht wird.
Einen so genannten halben Kreuzstich – also nur einen diagonalen Stich – verwendet man bei der Herstellung von Gobbelins. Diese Bilder werden hauptsächlich auf Kanevas gefertigt, auf denen das zu stickende Bild aufgedruckt oder durch verschieden farbige Fäden aufgespannt ist. Diese Fäden bzw. der Aufdruck werden in verschiedenen Farben überstickt, bis das Bild fertig ist.
Diese beiden Techniken sind sehr einfach zu erlernen und deshalb gut für Anfänger geeignet.
Eine weitere Sticktechnik ist die Anlegetechnik. Hierbei wird ein dickerer Faden auf den Stoff gelegt und durch Übersticken mit einem dünneren Faden befestigt. Diese Art der Stickerei findet z.B. in der Goldstickerei Anwendung, wo der dickere Goldfaden gesichert werden muss.
Der Holbeinstich ist eine Sticktechnik, bei der Vorder- und Rückseite des Bildes identisch sind. Sie besteht aus einem Hinstich und einem Rückstich, die eine Linie ergeben. Bei der Anwendung dieser Technik ist zu empfehlen, zuerst alle Hinstiche auszuführen und dann die Rückstiche, damit der Effekt Vorder- gleich Rückseite erzielt wird.
Sticken ist ein entspannendes, vielseitiges Hobby, das dazu beitragen kann, Stress und Unruhe abzubauen. Für Anfänger ist es hilfreich, wenn sie eine nette Großmutter haben, die das Sticken noch beherrscht und es ihnen beibringen kann. Wer diese Glück nicht hat, kann sich bei einem der zahlreichen Handarbeits- und Stickkurse in die Kunst des Stickens einweihen lassen. Der Vorteil eines solchen Kurses ist, dass meistens mehrere Stickarten gezeigt werden und sich jeder seine „Lieblingsart“ aussuchen kann.